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WooCommerce und das BFSG: das Theme entscheidet fast alles.

Neun gemessene WooCommerce-Shops, Befundzahl im Schnitt 85 — der beste Durchschnitt unserer vier Systeme. Und zugleich die größte Spanne: von 67 bis 95.

Diese Spanne ist die eigentliche Aussage. Bei den anderen Systemen liegen die Shops enger beieinander, weil das Standard-Theme viel vorgibt. Bei WooCommerce entscheidet der Theme-Baukasten — und der reicht von sorgfältig gebaut bis zusammengeklickt. Ein WooCommerce-Shop lässt sich deshalb nicht pauschal einschätzen; man muss ihn messen.

Was wir in WooCommerce-Shops finden

Anteil der gemessenen Shops, bei denen dieses Erfolgskriterium offen war
KriteriumBetroffenWoran es in diesem System typischerweise liegt
1.4.3
Ausreichende Farbkontraste
89 %Theme-Voreinstellungen für Nebentext und Preisangaben; bei Baukasten-Seiten zusätzlich Text über Hintergrundbildern ohne Abdunklung.
1.1.1
Alternativtexte für Bilder
78 %Der höchste Wert unserer vier Systeme. Bilder kommen aus der Mediathek, wo das Alternativtext-Feld beim Hochladen leer bleibt — und dann in jedem Beitrag leer ist.
4.1.2
Korrekte ARIA-Auszeichnung
56 %Baukasten-Blöcke erzeugen Aufklapper und Reiter ohne Rollen und Zustände.
1.4.1
Farbe nicht als einziges Mittel
44 %Lagerstatus, Rabatte und Pflichtfelder allein über Farbe — ohne Text oder Symbol daneben.
1.3.1
Saubere technische Struktur
33 %Überschriften werden nach Aussehen gewählt statt nach Ebene: eine große Zeile wird zur H1, obwohl sie keine ist.
2.1.1
Tastaturbedienbarkeit
33 %Aufklapp-Menüs und Bilder-Galerien aus Plugins, die nur auf Mausereignisse hören.

Die WooCommerce-Eigenheit: der Alternativtext liegt in der Mediathek

Bei 78 % der gemessenen Shops fehlten Alternativtexte — deutlich mehr als bei Shopware (46 %) oder Shopify (40 %). Der Grund ist strukturell: In WordPress hängt der Alternativtext am Medium, nicht an der Stelle, wo es verwendet wird. Wer beim Hochladen nichts einträgt, hat das Bild überall ohne Text — und merkt es nie.

Das ist eine gute Nachricht: Es ist einer der wenigen Befunde, den man an einer Stelle löst und der überall verschwindet. Wir arbeiten deshalb bei WooCommerce zuerst die Mediathek durch, bevor wir Vorlagen anfassen.

Ein Hinweis, der oft überrascht: Ein leeres Alternativ-Attribut ist bei rein dekorativen Bildern die richtige Lösung — nicht die faule. Falsch ist nur, wenn es fehlt oder wenn dort der Dateiname steht.

Der Befund, der in jedem System auftaucht

Über alle 142 ausgewerteten Shops hinweg ist 1.4.3 — ausreichende Farbkontraste der häufigste offene Punkt: bei Shopware und Shopify in 100 % der gemessenen Shops, bei Magento in 83 %, bei WooCommerce in 89 %. Das liegt nicht am System, sondern daran, wie Marken arbeiten: Ein gedämpftes Grau für Nebentext, ein helles Markengrün für Knöpfe, ein Preisschild in Hellrot auf Weiß — alles gestalterisch gewollt und rechnerisch zu schwach.

Kontrast ist auch der Befund, bei dem am meisten falsch gemessen wird. Wer eine Farbe mit Transparenz, einen Verlauf im Hintergrund oder einen display-p3-Farbraum nicht berücksichtigt, misst Phantome. Wir rechnen jede Fundstelle einzeln.

Was wir für WooCommerce-Shops tun

Wir beheben die gesicherten Befunde direkt im Theme — nicht als Ticketliste für Ihr Team, sondern als Arbeit, die getan ist. Danach messen wir nach, schreiben die Nachweisakte und Ihre Barrierefreiheitserklärung aus dem Ergebnis. Was dabei alles passiert, steht offen; den Festpreis nennen wir nach der Messung, weil er von Größe und Aufwand abhängt.

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